Univ.-Prof. Dr. Thomas Macho (i.R.)
Direktor des IFK
Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften |
Kunstuniversität Linz in Wien
Sekretariat: Petra Radeczki
Reichsratsstr. 17, 1010 Wien
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Semesterplan Archiv

Wintersemester 2011/12

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2011/2012


Montag 10:00 – 12:00 (SOP 3.01 / ab 2.1.2012: Georgenstr. 47, Raum 0.07)
Zur Geschichte der Piktographie (Seminar 2std.)
Die Praktiken piktographischer Kommunikation sind vermutlich alt. Die ersten Spuren der Verwendung abstrakter Zeichen finden sich bereits auf manchen Höhlenwänden des Paläolithikums. Als Systeme zur Erleichterung des Handels, des Verkehrs und der transkulturellen Orientierung wurden die Piktogramme aber wohl erst in der Moderne propagiert und verbreitet, etwa als »International System of Typographic Picture Education« (ISOTYPE) von Otto Neurath und Gerd Arntz in den 1920er Jahren oder in Gestalt der internationalen Zeichen- und Symbolsprache von Claire und Charles Bliss. Das Seminar fragt nach der Geschichte der Piktographie und nach den neueren Möglichkeiten visueller Kommunikation und Informationsgestaltung.


Montag 12:00 – 14:00 (SOP 3.01 / ab 2.1.2012: Georgenstr. 47, Raum 0.07)
Persona: Porträts und Selbstporträts in Ausstellungen des 21. Jahrhunderts (Seminar 2std.) gemeinsam mit Jasmin Mersmann
Mit der postmodernen Kritik des Subjekts und seiner Repräsentationen schien die Gattung des Porträts überholt. In den letzten Jahrzehnten lässt sich jedoch ein neuer Boom von Literatur und Ausstellungen zum Thema beobachten. Die im August eröffnende Großausstellung im Berliner Bode-Museum »Gesichter der Renaissance« ist nur ein Beispiel dieser Entwicklung. Unser Seminar nähert sich dem erneuerten Interesse am Bildnis über die Analyse programmatischer Texte, Ausstellungskataloge und -konzeptionen und fragt dabei nach der Verbindung von Theorie, kulturellem Selbstverständnis und Museumspraxis.


Dienstag 12:00 – 14:00 (BUR26, Raum 008 / ab 3.1.2012: Georgenstr. 47, Raum 0.07)
Zwischen Modell und Beispiel: Fallgeschichten als Narrationen der Wissenschaft (Vorlesung 2std.)
Selbst analytisch nüchterne Wissenschaften bedürfen der Narration: Die wissenschaftlichen Erzählformen können typologisch klassifiziert werden, etwa als Beispiele, Biographien, Memorabilien oder Fallgeschichten. Die Fallgeschichte geht vom besonderen Kasus aus, der zu einer allgemeinen Schlussfolgerung verdichtet werden soll: zur Auferlegung einer angemessenen Buße in der christlichen Beichte, zum Urteil in der Rechtsprechung oder zur Diagnose in Medizin und Therapeutik. Blütezeiten hat die Fallgeschichte seit der Frühen Neuzeit erlebt, ausgehend von den kasuistischen Summen der Spätscholastik, in den Sammlungen aufsehenerregender Rechts- und Kriminalfälle, der Causes célèbres et intéressantes, die François Gayot de Pitaval veröffentlichte, bis zu den Fallgeschichten der Medizin, der Psychologie und Therapeutik oder der Anthropologie. In der Vorlesung wird versucht, das Problem und die Typologie der wissenschaftlichen Narration an ausgewählten Fallgeschichten zu verdeutlichen.

Mittwoch 16:00 – 18:00 (SOP 3.01 / ab 4.1.2012: Georgenstr. 47, Raum 0.07)
Von Hiroshima bis Fukushima: Zur Kulturgeschichte des Atomzeitalters (Seminar 2std.)
Das sogenannte Atomzeitalter hat zwar nicht in Japan begonnen; und es ist auch nicht in Japan zu Ende gegangen. Dennoch stehen die Namen Hiroshima – und neuerdings Fukushima – symbolisch für die schlimmsten Katastrophen, die sich seit der Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn und Lise Meitner ereignet haben. Das Seminar wird sich – in chronologischer und thematischer Ordnung – mit wissenschaftsgeschichtlichen, ästhetischen, philosophischen, vor allem aber alltagskulturellen Reflexionen und Effekten des Atomzeitalters befassen; ein spezifischer Schwerpunkt wird auf das Werk von Günther Anders (1902–1992) gelegt.

Freitag 14:00 – 20:00 (SOP 3.01 / ab  Januar 2012: Georgenstr. 47, Raum 0.07)
Forschungskolloquium für Examenskandidat(inn)en (gemeinsam mit Iris Därmann)


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