Univ.-Prof. Dr. Thomas Macho (i.R.)
Direktor des IFK
Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften |
Kunstuniversität Linz in Wien
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Semesterplan Archiv

Wintersemester 2010/11

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2010/11

AIDS: Zur Kulturgeschichte einer Krankheit (Seminar 2std.)

Das »Acquired Immune Deficiency Syndrome« (AIDS) wurde am 1. Dezember 1981 als eigenständige Krankheit anerkannt. Seither haben sich globale Dispositive aufgebaut, die nicht nur von medizinischer oder biologischer Forschung geprägt wurden, sondern auch von zahlreichen öffentlichen Debatten, künstlerischen und kulturellen Projekten. Im Seminar sollen einerseits die Prozesse der Metaphorisierung von Krankheiten (wie Lepra, Pest, Scharlach, Tuberkulose, Syphilis oder Krebs) einführend und exemplarisch vorgestellt werden, andererseits die Umrisse einer Kulturgeschichte jener Bilder, Fotografien, Skulpturen, Installationen, Kompositionen, Filme, Essays, Gedichte, Romane, Theaterstücke, Festivals oder Symbole, die seit knapp drei Jahrzehnten in der Auseinandersetzung mit AIDS hervorgebracht, – geschrieben, komponiert, organisiert und gestaltet wurden.

Montag 11:00 – 13:00 (SOP 3.01)

Georg Simmels kulturphilosophische Essays (Seminar 2std.)

Vor einem Jahrhundert – im Jahr 1911 – ist Georg Simmels Philosophische Kultur (im Leipziger Verlag von Werner Klinkhardt) erschienen; 1983 wurde diese Sammlung (im Berliner Verlag von Klaus Wagenbach, mit einem Nachwort von Jürgen Habermas) neu aufgelegt und 1996 in Band 14 der Gesamtausgabe (im Suhrkamp-Verlag) herausgegeben. Die einzelnen Abhandlungen und Essays repräsentieren ein thematisches Spektrum, dessen Vielfalt auch in den zeitgenössischen Kultur- und Kunstwissenschaften bearbeitet wird: Studien zur Mode, zum Abenteuer, zur Koketterie, zu den Alpen, zum Henkel, zur Ruine, zur Persönlichkeit Gottes und zur religiösen Lage, zu Michelangelo und Rodin, zu Begriff und Tragödie der Kultur, zum Geschlechterproblem und zur weiblichen Kultur. Die dreizehn Essays sollen in der von Simmel gewählten Reihenfolge, gelegentlich im Gespräch mit Gästen, vorgestellt und diskutiert werden.

Dienstag 12:00 – 14:00 (UL 3075)

Wolfsmenschen: Spuren einer Faszinationsgeschichte (Vorlesung 2std.)

Die Vorlesung wird sich mit Mythen der Verwandlung und Transgression befassen, am Beispiel der Beziehungen zwischen Menschen und Wölfen. Sie wird einerseits die Mythen vom Wolfskind diskutieren (von Romulus und Remus bis zu Victor von Aveyron, vom persischen König Kyros bis zu Rudyard Kiplings Mowgli), andererseits die Geschichten über Werwölfe (von Ovids Metamorphosen bis zu aktuellen Horrorfilmen). Sie wird diese Mythen auf kulturelle Praktiken zurückzuführen versuchen: Praktiken der Domestikation, der Jagd, der Kriegführung, der Erziehung und der Initiation. Daneben soll die Geschichte der Psychoanalyse des ›Wolfsmanns‹, die vor hundert Jahren, im Januar 1910, in Freuds Wiener Praxisräumen begann, rekapituliert – und die Frage aufgeworfen werden, wieso wir gerade heute mit einer Vielzahl von Wolfsgeschichten – T.C. Boyle: Wild Child (2010), Mark Rowlands: The Philosopher and the Wolf (2008), Eva Hornung: Dog Boy (2009), Hilary Mantel: Wolf Hall (2009) – und Wolfsfilmen – wie Wolfzeit (Michael Haneke 2003) oder Wolfman (Joe Johnston 2010) – konfrontiert werden.

Mittwoch 16:00 – 20:00 (SOP 3.01)

Malerei im Film: Peter Greenaway (gemeinsam mit Jasmin Mersmann)

Manche Regisseure schenken der Dramaturgie und Narration ihrer Filme eine zentrale Aufmerksamkeit; andere Regisseure entwickeln dagegen die Filme aus einzelnen Bildern, gleichsam im Übergang vom Gemälde zum Tableau vivant und schließlich zur Filmszene. Ein bedeutender Vertreter dieser zweiten Richtung ist Peter Greenaway. Seine Filme – darunter etwa The Falls von 1980, The Draughtsman’s Contract (1982), A Zed & Two Noughts (1985), The Belly of an Architect (1986), Drowning by Numbers (1988), The Cook, the Thief, his Wife & Her Lover (1989), Prospero’s Books (1991), The Baby of Mâcon (1993), The Pillow Book (1996), Eight and a Half Women (1999), Nightwatching (2007) – sollen im Seminar unter der Leitfrage nach dem Verhältnis zwischen Bewegung und Stillstand in der Malerei wie im Film systematisch erschlossen werden. Ein vergleichender Blick auf die Ausstellungen Peter Greenaways, vor allem auf 100 Objects to Represent the World, soll diese Arbeit ergänzen. – Das Seminar wird in Kooperation mit Jasmin Mersmann durchgeführt.

Freitag 14:00 – 20:00 (SOP 3.01)

Forschungskolloquium für Examenskandidat(inn)en (gemeinsam miIris Därmann)

Montag 09:00 – 11:00 (SOP 3.01), Beginn: 25.10.2010
AIDS: Zur Kulturgeschichte einer Krankheit (Seminar 2std.)

Das »Acquired Immune Deficiency Syndrome« (AIDS) wurde am 1. Dezember 1981 als eigenständige Krankheit anerkannt. Seither haben sich globale Dispositive aufgebaut, die nicht nur von medizinischer oder biologischer Forschung geprägt wurden, sondern auch von zahlreichen öffentlichen Debatten, künstlerischen und kulturellen Projekten. Im Seminar sollen einerseits die Prozesse der Metaphorisierung von Krankheiten (wie Lepra, Pest, Scharlach, Tuberkulose, Syphilis oder Krebs) einführend und exemplarisch vorgestellt werden, andererseits die Umrisse einer Kulturgeschichte jener Bilder, Fotografien, Skulpturen, Installationen, Kompositionen, Filme, Essays, Gedichte, Romane, Theaterstücke, Festivals oder Symbole, die seit knapp drei Jahrzehnten in der Auseinandersetzung mit AIDS hervorgebracht, – geschrieben, komponiert, organisiert und gestaltet wurden.

Seminarplan »AIDS: Zur Kulturgeschichte einer Krankheit«

 

Montag 11:00 – 13:00 (SOP 3.01), Beginn: 25.10.2010
Georg Simmels kulturphilosophische Essays (Seminar 2std.)

Vor einem Jahrhundert – im Jahr 1911 – ist Georg Simmels »Philosophische Kultur« (im Leipziger Verlag von Werner Klinkhardt) erschienen; 1983 wurde diese Sammlung (im Berliner Verlag von Klaus Wagenbach, mit einem Nachwort von Jürgen Habermas) neu aufgelegt und 1996 in Band 14 der Gesamtausgabe (im Suhrkamp-Verlag) herausgegeben. Die einzelnen Abhandlungen und Essays repräsentieren ein thematisches Spektrum, dessen Vielfalt auch in den zeitgenössischen Kultur- und Kunstwissenschaften bearbeitet wird: Studien zur Mode, zum Abenteuer, zur Koketterie, zu den Alpen, zum Henkel, zur Ruine, zur Persönlichkeit Gottes und zur religiösen Lage, zu Michelangelo und Rodin, zu Begriff und Tragödie der Kultur, zum Geschlechterproblem und zur weiblichen Kultur. Die dreizehn Essays sollen in der von Simmel gewählten Reihenfolge, gelegentlich im Gespräch mit Gästen, vorgestellt und diskutiert werden.

Seminarplan »Georg Simmels kulturphilosophische Essays«

 

Dienstag 12:00 – 14:00 (UL 3075), Beginn: 19.10.2010
Wolfsmenschen: Spuren einer Faszinationsgeschichte (Vorlesung 2std.)

Die Vorlesung wird sich mit Mythen der Verwandlung und Transgression befassen, am Beispiel der Beziehungen zwischen Menschen und Wölfen. Sie wird einerseits die Mythen vom Wolfskind diskutieren (von Romulus und Remus bis zu Victor von Aveyron, vom persischen König Kyros bis zu Rudyard Kiplings »Mowgli«), andererseits die Geschichten über Werwölfe (von Ovids »Metamorphosen« bis zu aktuellen Horrorfilmen). Sie wird diese Mythen auf kulturelle Praktiken zurückzuführen versuchen: Praktiken der Domestikation, der Jagd, der Kriegführung, der Erziehung und der Initiation. Daneben soll die Geschichte der Psychoanalyse des ›Wolfsmanns‹, die vor hundert Jahren, im Januar 1910, in Freuds Wiener Praxisräumen begann, rekapituliert – und die Frage aufgeworfen werden, wieso wir gerade heute mit einer Vielzahl von Wolfsgeschichten – T.C. Boyle: »Wild Child« (2010), Mark Rowlands: »The Philosopher and the Wolf« (2008), Eva Hornung: »Dog Boy« (2009), Hilary Mantel: »Wolf Hall« (2009) – und Wolfsfilmen – wie »Wolfzeit« (Michael Haneke 2003) oder »Wolfman« (Joe Johnston 2010) – konfrontiert werden.

Seminarplan »Wolfsmenschen«

 

Mittwoch 16:00 – 20:00 (SOP 3.01), Beginn: 20.10.2010
Malerei im Film: Peter Greenaway (gemeinsam mit Jasmin Mersmann)

Manche Regisseure schenken der Dramaturgie und Narration ihrer Filme eine zentrale Aufmerksamkeit; andere Regisseure entwickeln dagegen die Filme aus einzelnen Bildern, gleichsam im Übergang vom Gemälde zum »Tableau vivant« und schließlich zur Filmszene. Ein bedeutender Vertreter dieser zweiten Richtung ist Peter Greenaway. Seine Filme – darunter etwa »The Falls« von 1980, »The Draughtsman’s Contract« (1982), »A Zed & Two Noughts« (1985), »The Belly of an Architect« (1986), »Drowning by Numbers« (1988), »The Cook, the Thief, his Wife & Her Lover« (1989), »Prospero’s Books« (1991), »The Baby of Mâcon« (1993), »The Pillow Book« (1996), »Eight and a Half Women« (1999), »Nightwatching« (2007) – sollen im Seminar unter der Leitfrage nach dem Verhältnis zwischen Bewegung und Stillstand in der Malerei wie im Film systematisch erschlossen werden. Ein vergleichender Blick auf die Ausstellungen Peter Greenaways, vor allem auf »100 Objects to Represent the World«, soll diese Arbeit ergänzen. – Das Seminar wird in Kooperation mit Jasmin Mersmann durchgeführt.

Seminarplan »Malerei im Film: Peter Greenaway«


Freitag 14:00 – 20:00 (SOP 3.01)
Forschungskolloquium für Examenskandidat(inn)en (gemeinsam mit Iris Därmann)



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