Univ.-Prof. Dr. Thomas Macho (i.R.)
Direktor des IFK
Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften |
Kunstuniversität Linz in Wien
Sekretariat: Petra Radeczki
Reichsratsstr. 17, 1010 Wien
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Semesterplan Archiv

Sommersemester 2009

[PS] Jeanne d’Arc und Marianne
Mo 10–12 Uhr, wöchentlich, SOP 301

Das Selbstbewusstsein einer Nation wird häufig in Gestalt einer jungen Frau symbolisiert. Diese Frau kann allegorisch – als Germania oder Lady Liberty – repräsentiert werden; sie kann aber auch als historische Person verehrt und erinnert werden. Diese spezifische Strategie der Identitätsbildung soll am Beispiel Frankreichs studiert werden: an der Wirkungsgeschichte der Jeanne d’Arc (in Literatur, Philosophie und Film) oder an der programmatischen Gestaltung der revolutionären Marianne, deren Büste – fast in jedem französischen Rathaus – dem Vorbild einer prominenten Persönlichkeit folgt: von Brigitte Bardot bis Mireille Mathieu, Catherine Deneuve oder Laetitia Casta.

Seminarplan - Jeanne d’Arc und Marianne

[HS] Defacing: Gesichtsverluste und die Zerstörung von Gesichtern
Mo 12–14 Uhr, wöchentlich, SOP 301

Was bedeutet die Verletzung und Verstümmelung eines Gesichts oder die Zerstörung einer Gesichts­darstellung? Warum treffen Bilderverbote – in der jüdischen Kultur oder im Islam – vorrangig das Porträt? Diese Fragen sollen durch Exkurse zur Geschichte der Bilderstürme, der Physiognomik, der Magie des Porträts, des Kanons älterer Strafpraktiken (wie der Blendung oder der Abschneidung von Nasen und Ohren), vor allem aber der allmählichen Ausbreitung moderner Prominenz-Ideale unter­sucht und diskutiert werden. Besondere Aufmerksamkeit soll dem Bedeutungswandel des Gesichts im Film (etwa am Beispiel von Gesichtsoperationen und Gesichtstransplantationen, von Dark Passage bis Dark Knight, von Les Yeux sans Visage bis zu Face/Off) gewidmet werden.

Seminarplan - Defacing

[VL] Steinerne Abwehr: Zur Kultur- und Ideengeschichte der Mauern
Di 14–16 Uhr, wöchentlich, UL 3075

Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wird die Kultur- und Ideengeschichte der Mauern an herausragenden Beispielen – von den Mauern der Stadt Jericho bis zur chinesischen Mauer, vom alt­römischen Limes bis zur Maginot-Linie – einführend vorgestellt und diskutiert. Dabei soll vor allem die Frage nach einer Wiederkehr der Mauern und Zäune in der Gegenwart aufgeworfen werden.

Vorlesungsplan - Steinerne Abwehr

[HS gemeinsam mit Carsten Jenß] Oper und Revolution
Mi 16–18 Uhr, wöchentlich, UL 301

Das Seminar wird sich mit der Oper als politisch ausdrucksstarker Kunstform des 19. Jahrhunderts auseinandersetzen, u.a. am Beispiel der 2004 erstmals aufgeführten Oper Marie Victoire (von Otto­rino Respighi), am Beispiel der belgischen »Opernrevolution« 1830 (anlässlich der Aufführung von Daniel-François Aubers La Muette de Portici in der Brüsseler Oper), am Beispiel von Wagners Rienzi, am Beispiel von Opernverboten und von Aufführungen, die sich zu politischen Demonstrationen ent­wickelten. Das Seminar wird in Zusammenarbeit mit Carsten Jenß – Dramaturg an der Deutschen Oper Berlin – angeboten.

Seminarplan - Oper und Revolution

[CO ] Forschungskolloquium
Fr 14–20 Uhr, wöchentlich, UL 301

Forschungskolloquium für Examens­kandidat(inn)en



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