Prof. Dr. Thomas Macho
Lehrstuhl für Kulturgeschichte
Institut für Kulturwissenschaft
Humboldt-Universität zu Berlin
Sekretariat: Nadia Shamsan
Georgenstr. 47, 10117 Berlin
Tel.: (+49-30) 2093-66292
Fax: (+49-30) 2093-66299

Tagung: Die neue Sichtbarkeit des Todes

17. bis 19.11.2005

Tagungsort

Haus der Begegnung
Ahorn-Grieneisen AG
Fürstenbrunner Weg 10-12, 14059 Berlin

Anmeldung

Fax: (030) 787 82 - 303
E-Mail: doris.thiel(at)ahorn-grieneisen.de

Anmeldungsschluss: 10.11.2005
Teilnahmegebühr: 15 € / ermäßigt 10 €
Die Tagung ist begrenzt auf 100 Teilnehmer.

Veranstalter

Förderer

Kontakt und Rückfragen

Nadia Shamsan, Sekretariat Prof. Dr. Thomas Macho
Humboldt-Universität zu Berlin
Tel.: (030) 2093 - 66292
E-Mail: nshamsan(at)culture.hu-berlin.de

Einleitung

Zu den elementaren Leitsätzen einer Beschreibung und Kritik der Moderne zählt die Behauptung, der Tod – die Sterbenden und die Toten – werde zunehmend verdrängt und ausgeschlossen. Erst seit einigen Jahren wird eine Revision dieses häufig wiederholten Leitsatzes geradezu erzwungen.

Der Tod und die Toten sind zurückgekehrt, nicht nur als Thema religiöser oder philosophischer Diskurse, sondern in konkreter, sinnlicher, materieller Gestalt. Diese Rückkehr ereignet sich in den Künsten, in Literatur, Fotografien und Installationen, in den Medien (Filmen und TV-Serien wie »Six Feet Under« oder »Crossing Jordan«), und in neu gestalteten Bestattungspraktiken; sichtbar wird sie aber auch in den öffentlichen Debatten und Sterbehilfe, Hospizbewegung, Transplantationsmedizin oder das biotechnologische Versprechen neuer Langlebigkeit – wenn nicht sogar »Unsterblichkeit«.

Die Tagung »Die neue Sichtbarkeit des Todes – The New Visibility of Death« will auf diese aktuellen Veränderungen reagieren. An verschiedenen Beispielen sollen die Transformationen der Haltung zum Tod in den modernen westlichen Kulturen thematisiert und diskutiert werden. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei die Frage, ob sich gegenwärtig – im Horizont vielfältiger Enttabuisierungs- und Individualisierungsprozesse des Sterbens – ein neues System von Symbolen und Ritualen zu entwickeln beginnt, das bereits zu einer neuen Sichtbarkeit des Todes und der Toten – in der Öffentlichkeit, in den Künsten und Medien – geführt hat.

Programm

Donnerstag, 17.11.2005

18 Uhr, Begrüßung und Einführung

Eröffnung der Fotoausstellung

  • "Stretched Out On Ashes" von Jeffrey Silverthorne
  • "Of Twilight and Evidence: The Photographs of Jeffrey Silverthorne" (Rebecca Scott Bray, University of Sydney)

im Anschluss: Büfett

Freitag, 18.11.2005

Samstag, 19.11.2005

  • 9 Uhr: Kaffee
  • 9:30 Uhr: "Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel – oder: Gibt es ein kulturelles Bewusstsein der 'letzten Dinge'?" (Reiner Sörries, Museum für Sepulkralkultur Kassel)
  • 10:30 Uhr: "mientras agonizo" (Teresa Margolles, Mexico City)
  • Pause
  • 11:45 Uhr: "Zeitgemäße Branchenpräsentation von Bestattungsunternehmen", Erasmus A. Baumeister (Köln, Agentur für Bestattungsmarketing)
  • Mittag
  • 14 Uhr: "Zum Tod Fragen. Die öffentliche Diskussion um Sterben und Tod am Beispiel des 1000 Fragen-Projekts" (Heike Zirden, Bonn, Aktion Mensch)
  • 15 Uhr: "Noch mal Leben vor dem Tod." Beato Lakotta und Walter Schels (Hamburg) im Gespräch mit Thomas Macho